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Kleine Zeuthener ganz groß: „Grünschnäbel“ feiern Jubiläum

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Musiklehrer
René Bröse
Telefon:03 37 62/4 90 98
Website:www.gsaw-zeuthen.de

6 000 Sänger im Einklang!

Stand: April 2020

Wie schafft man es, unter 6 000 Kinder „seine“ 80 Schützlinge herauszufinden? Was wie die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen klingt, ist für einen Musiklehrer aus Zeuthen eine Anforderung, der er sich jetzt bereits im dritten Jahr stellt.

René Bröse liebt Singen über alles. „Das kann jeder, denn Grundlage ist ein Muskel, der einfach entsprechend geschult werden muss“, verblüfft er.
Mit dieser Einstellung steckt er die kleinen und größeren Sänger in mehreren Chören an.

Abendfüllender Auftritt
Darunter sind die „Grünschnäbel“ an seiner „Grundschule am Wald“. Diese bereiten sich schon zum dritten Mal auf einen großen Auftritt vor. Dann werden sie Teil von insgesamt 6 000 Gleichaltrigen sein, die mit einem abendfüllenden Konzert für Schlagzeilen sorgen. Dies geschieht im Rahmen von „6K United!“, was von Musikprofessor Fabian Sennholz initiiert und geleitet wird. Seine Idee ist, „Musik vom Klassenzimmer auf die große Bühne zu bringen“.

Romantik, Pop und Rap
René Bröse wird mit dem Zeuthener Schulchor „Grünschnäbel“ bereits zum dritten Mal an dieser ungewöhnlichen Veranstaltung teilnehmen, die in der Mercedes-Benz Arena in Berlin geplant ist.
„Das Programm wird vom Veranstalter vorgegeben. Es ist sehr bunt gemischt und stellt daher eine große Anforderung dar“, erklärt René Bröse. Dazu gehören Werke der Romantik mit „Der Lindenbaum“ von Franz Schubert und „Abendsegen“ von Engelbert Humperdinck. In eine völlig andere Klangwelt entführt „Arirang“ als koreanisches Volkslied. Die aktuelle Ära der Pop-Musik kommt mit den Klassikern „99 Luftballons“ von Nena und „Imagine“ von John Lennon zu Gehör. „Hoch“ von Tim Bendzko und „Bitte hör nicht auf zu träumen“ von R&B-Sänger Xavier Naidoo zeigen ebenso wie weitere Titel die Breite auf.

Probe nach dem Unterricht
„Dazu hat unser 80-köpfiger Chor mit Schülern aus der vierten bis sechsten Klasse, darunter leider nur neun Jungs, einmal in der Woche Probe. Im Gegensatz zu Profis, die nur Musik machen, haben unsere Sänger dann bereits sechs Stunden Unterricht hinter sich und müssen sich schon wieder voll konzentrieren. Das geht nur, wenn viel Spaß und Freude am Singen vermittelt werden kann“, beschreibt René Bröse die Aufgabenstellung.

Großer Sängerkreis
Offenbar herrscht an der Zeuthener Grundschule ein großes Faible für Musik. Denn zusammen mit dem „kleinen Chor“ mit 54 Schülern ab der zweiten Klasse treten über 20 Prozent der insgesamt über 600 Schüler regelmäßig auf.
Dieses Jahr kann der Schulchor das runde 25. Jubiläum feiern. Er wurde 1995 von Edda Nopper gegründet, die damals dort Musiklehrerin war und später in ihrem Wohnort Wildau mit ihrem Mann Rolf Nopper den „Singekreis Wildau“ gründete.
Dieser kann nunmehr den 15. Geburtstag feiern und machte Schlagzeilen, als er 2018 das nur alle zwei Jahre stattfindende Chortreffen vom Sängerkreis Königs Wusterhausen in die Dahmestadt „holen“ konnte. Mit zu den Initiatoren der „Grünschnäbel“ gehörte Schlager­legende Siegfried Uhlenbrock. Der Zeuthener war einer der Entdecker und Duo-Partner von Superstar Dagmar Frederic.

Musik im Blut
Mit René Bröse erhielt der Chor 2005 einen neuen Leiter, der Musik im Blut hat. Der heute 49-Jährige stammt aus Jessen und erinnert sich noch, wie er stolz auf seinen in bunter Uniform auftretenden Vater war. „Er spielte Klavier und Akkordeon. Es war immer ein Ereignis, ihn als Tambour­major in seinem Spielmannszug zu erleben“, erinnert sich Bröse zurück. „Ich bin mit einer Gaststätte aufgewachsen, wo wöchentlich ein Männerchor probte“, nennt er weitere Impulse seiner musikalischen Prägung. Noch während des Studiums in Cottbus war er Mitglied im „Chor der Chor­leiter des Landes Brandenburg“, der als „Fritz-Höft-Chor“ vielen ein Begriff ist. 1994 begann in Zeuthen sein Referendariat, seitdem ist er der Region und seiner Schule treu geblieben.
Übrigens liegt bei Familie Bröse zuhause ebenfalls „Musik in der Luft“: Ehefrau Silke Bröse unterrichtet dieses Fach ebenso wie ihr Mann. „Wir hatten uns im Studium kennengelernt“, strahlt René Bröse.

Sinn für Noten
Tochter Klara Bröse leitet den TenSing-Chor, der jährlich mit farbenprächtigen Inszenierungen auf sich aufmerksam macht.
„Sie besucht die Musikbetonte Paul-Dessau-Gesamtschule, will allerdings Musik nicht zum Beruf machen sondern Ärztin werden“, so der stolze Papa.
Er ist übrigens voll des Lobes für die perfekte Durchführung der Großveranstaltung in Berlin: „Es ist alles so durchorganisiert, dass kein Kind verloren gehen kann.“

Singen mit Stars
Dafür könnten die „Grünschnäbel“ wieder mit einer Band aus angesagten Musikern unter Leitung von Initiator Professor Fabian Sennholz auftreten. Er ist außerdem als musikalischer Direktor und Pianist von Tim Bendzko bekannt. Dieser wiederum hatte mit „Wenn Worte meine Sprache wären“ 2011 den „Bundesvision Song Contest“ gewonnen, ein Jahr später und nochmals 2014 sogar den begehrten „Echo“. Sennholz dirigiert eine 16-köpfige „Band“ aus vielen Stars. Es kommen Bläser zum Einsatz, Geige und Bratsche ebenso wie aus der Pop-Musik bekannte Instrumente wie Keyboard, Schlagzeug, Gitarre und Bass. „Eine große Besonderheit ist, dass die 6 000 Sänger nur eine einzige gemeinsame Probe haben“, beschreibt René Bröse die unglaubliche Anforderung, die selbst Profis Sorgen bereiten würde.
„Bei soviel Sängern fällt es zum Glück nicht auf, wenn einer mal ein wenig daneben liegt“, tröstet er sich gleichzeitig. Beim Üben in der „Grundschule am Wald“ sollte dies lieber nicht passieren, denn hier ist der umtriebige Musiklehrer aus Leidenschaft immer „ganz Ohr“.

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