Willkommen in Zeuthen
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Zum Museumstag ein neues „Museum“

Heimatfreunde Zeuthen
Joachim Heinig
Telefon:01 75/4 15 04 33
Website:www.heimatfreunde-zeuthen.de

Schätze aus dem Keller

Stand: März 2018

Neue Heimat für die Heimat, dafür wollen die Heimatfreunde von Zeuthen im Schnellverfahren sorgen. Pünktlich zum „Internationalen Museumstag“ soll die Dahmegemeinde eine historische Dauerausstellung bekommen.

Ort dafür wird aber nicht das neue Bürgerhaus „Güterboden“ am Ende der Goethestraße sein, wo der Verein nun seinen Sitz in großzügigen Räumen hat. Stattdessen wird die Sammlung quer über die Straße in einem langgestreckten Haus sein, das früher Geschäfte beherbergte.
„Es gehört einer Erbengemeinschaft. Wir haben uns mit ihr auf die Nutzung der Räume einigen können“, strahlt Vereinschef Joachim Heinig.

Erfolg mit Eisenbahn
Ihm darf man durchaus zutrauen, dass er etwas vom Organisieren versteht: So zog seine Ausstellung zum 150. Jahrestag der Berlin-Görlitzer Eisenbahn Ende Oktober 2017 rekordverdächtige über 1 800 Besucher in die Mehrzweckhalle von Zeuthen: „Wir hatten nur eine knappe Woche Zeit, die einzelnen von den Mitgliedern gebauten Module zusammenzusetzen und alles zum Laufen zu bringen“, gibt Heinig den Blick hinter die Kulissen frei. Doch die Arbeit gelang, die maßstabsgetreuen Modelle entführten in die „gute alte Zeit“.

Eifrig am Renovieren
Diese soll nun also ab Mai 2018 gegenüber vom „Güterboden“ ebenfalls zu Worte kommen. „Einer der beiden Räume ist bereits weitgehend fertig“, bietet Eisenbahnfan Joachim Heinig einen Blick ins Innere an. Die Geräte dort entsprechen allerdings weniger seinem eigenen Erfahrungs­bereich: Hier dominiert antike Waschküchentechnik von anno dunnemals. Der zweite Teil des neuen Mini-Zeuthen-Museums hingegen benötigt noch ein wenig Hingabe: „Wir haben gerade alte Farben entfernt und den Putz so grundiert, dass er weiterbehandelt werden kann“, informiert der vielseitig interessierte Vorsitzende der Heimatfreunde. Die pünktliche Fertigstellung des Raums macht ihm dennoch keine Sorgen: „Schwierig wird die Entscheidung, welche Exponate ausgestellt werden sollen. Wir haben eigene Bestände und außerdem alle Gegenstände aus der früheren Heimatstube in Miersdorf. Diese musste ja wegen bau­licher Mängel am Haus geschlossen werden. Es wurden Schwamm und Schimmel im Gebälk vermutet.“

Führungen nach Wunsch
Da der frühere Mitarbeiter im Umweltamt Marzahn-Hellersdorf jetzt frisch in die Rente gewechselt ist, besteht große Hoffnung, dass Zeuthens neue Heimatstube sogar regelmäßige Öffnungszeiten bekommt: „Dienstag Nachmittag und Mittwoch vormittags haben wir Bürozeiten im „Güter­boden“. Da könnten wir die Sammlung mit betreuen. Ansonsten gibt es Besichtigungen nach Absprache, etwa für Gruppen oder Schul­klassen“, bietet Joachim Heinig an.

Klatsch und Geschichten
Wer nicht gerade in die neue Heimatstube kommt, der soll jetzt noch eine weitere Möglichkeit erhalten, die Historie zu erleben.
Dazu wird die etwas ins Stocken geratene Tradition der Jahreshefte wieder aufgenommen: „Wir durchstöbern systematisch im Zeitungsarchiv am West­hafen in Berlin-Moabit alle Ausgaben vom ‚Teltower Kreisblatt’. Wir sammeln sämtliche Artikel, Anzeigen und alles was sonst über Zeuthen und die Nachbar­orte drin steht. Das erscheint dann in gebundener Form zum Jahresende. Als nächstes wird das Jahr 1908 zum Jahresende 2018 verfügbar sein“, verspricht Joachim Heinig.
„Es ist sehr reizvoll dort zu lesen, in welchem Stil damals geschrieben wurde und was im täglichen Leben so passierte. Es geht wie heute um manche ‚Sensationen‘ und dann wieder um tief­gründige Artikel.“

Rettung im Keller?
Bis dahin hofft der technikbegeisterte Eisenbahnfan, die Internettechnik des Heimatvereins ausweiten zu können: „Momentan reicht der Serverplatz nicht aus, um die Hefte als PDF bereitzustellen. Das sollte sich aber bis Jahresende verbessern, so dass jeder von unserer Arbeit profitieren kann.“ Bleibt nur zu hoffen, dass die neue Heimatstube für Ausstellungen „mit der Unterstützung der Gemeinde und dem Wohlwollen des Vermieters“ lange bestehen bleibt.
Eine andere Möglichkeit, ihre Exponate zu präsentieren, wird sich den Hobby-Historikern kaum bieten, denn das neue Bürgerhaus eignet sich nicht für Dauerausstellungen. Aufgrund des Denkmalschutzes gibt es dort nur wenige geeignete Flächen für Sonderausstellungen.
So bietet die wechselvolle Geschichte der Heimatstube schon fast wieder Stoff für geschichtliche Betrachtung!