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Wie „kleiner Fußball“ große Geschichte macht: Du machst heute ein Tor!

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Buchautor
Gregor Ruhmöller
Telefon:03 37 62/4 07 81
Website:www.scemz.de

Sensationelle Einblicke

Stand: März 2021

Zeuthen schreibt immer wieder mal Fußballgeschichte. Erstmalig ist davon jetzt vieles Interessante nachzulesen.

„Wir haben mit Andreas Wawzyniak sicher einen der ältesten Landesliga-Torschützen Deutschlands, der im Aufstiegsjahr 2012 mit 58 Jahren den 100. Saisontreffer erzielte“, erzählt Gregor Ruhmöller. Er muss es wissen, schließlich hat er als Sportjournalist in der Zentralredaktion der „Bild“-Zeitung einen guten Überblick über das deutsche und internationale Sportgeschehen.

Verborgener Schatz
Der 53-Jährige ist vor drei Jahren mit Ehefrau Katharina Ruhmöller von Berlin nach Zeuthen gezogen. Bald kam er mit seinen Nachbarn Karin Krüger und Klaus Krüger ins Gespräch. „Klaus berichtete mir von seinem Bruder Gerhardt „Gerdi“ Krüger, der von 1959 bis 2005 rekordreife 46 Jahre lang Vorsitzender des örtlichen Fußballvereins war. Ich erfuhr, dass er akribisch alle Unterlagen gesammelt hatte. Ich traf auf Ordner, Hefte, Protokolle und Fotos. Dieser Schatz faszinierte mich. So kam die Idee auf, interessante Geschichten aus dem Leben des Vereins, der 2012 den 100. Geburtstag feiern konnte, zu suchen“, erklärt der Journalist.

Nationalmannschaft im Blick
„Beruflich bin ich natürlich mit den großen Vereinen beschäftigt. Privat schlägt mein Herz aber für Amateur-Fußball“, offenbart Ruhmöller weiter.
Schließlich war er in seiner Heimatgemeinde Ostbevern nahe Münster selbst begeisterter Kicker. Später war er für die Regionalausgabe Hannover, der auflagenstarken Boulevard-Zeitung, tätig: „Dabei berichtete ich über Hannover 96 und den VfL Wolfsburg. Ich kam 2008 in die Zentralredaktion in Berlin. Ich war dann noch einmal als Reporter bei der EM 2016 in Frankreich im Einsatz“, gibt er einen kurzen Blick auf seinen beruflichen Werdegang frei.

Deutschlandweit einmalig
Trotz dieser spannenden Tätigkeit war er vom „SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen 1912 e.V.“ gleich so gefesselt, dass er über zwei Jahre in den Annalen grub, mit Zeitzeugen sprach und in Archiven recherchierte. Heraus kam ein überaus gut zu lesendes Buch „Du machst heute ein Tor“.
Den Titel bezieht es aus der damaligen eher humorvoll gemeinten Aufforderung an Andreas Wawzyniak, der heute Leiter der Geschäftsstelle ist. Sein Tor in Rüdersdorf war die Krönung einer historischen Saison. Im Jubiläumsjahr 2012 schaffte der Verein den Aufstieg in die Brandenburgliga, der höchsten Spielklasse des Landes.
„Zum 100-jährigen Bestehen erzielte Andreas mit 58 Jahren den 100. Saisontreffer. Das ist wirklich eine verrückte Geschichte“, ist Gregor Ruhmöller immer noch fasziniert.

Star im Olympiastadion
Er präsentiert auf 124 Seiten Einblicke ins Innenleben des Vereins, die so kaum bekannt sind. So erfahren wir, dass Miersdorf einen Spieler hatte, der sich nicht mal den Sowjets beugte. „Heinz Lehniger war unter anderem Schlosser im Schwermaschinenbau in Wildau. In Miersdorf war er großartiger Torjäger. Das sprach sich herum, so dass er von Union Oberschöneweide abgeworben wurde. Die waren einer der Vorgänger-Vereine des heutigen Bundesligaklubs 1. FC Union. Das hieß nun ‚großer Fußball‘ mit Spielen in großen Arenen wie dem Olympiastadion in Berlin. Mit seinen Toren trug Lehniger mit dazu bei, dass die Mannschaft 1950 ins Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft kam. Es sollte in Kiel gegen den HSV gespielt werden.“

Wiege für den 1. FC Union
Allerdings wurde den Oberschöneweidern die Ausreise verboten. Die Spieler waren darüber so empört, dass sie geschlossen nach Westberlin wechselten, um von dort aus nach Kiel zu fliegen. „Dies zeigt, welchen Stellenwert der Fußball damals schon hatte. Heinz Lehniger und seine Mitspieler konnten zwar in Kiel antreten, standen aber vor einer ungewissen Zukunft“, so Gregor Ruhmöller. „Leider verloren sie damals mit 0:7, aber sie haben trotzdem Geschichte geschrieben.“

Zoff im Café
Während die Miersdorfer also mit einem ihrer Spitzenspieler in die Fußballgeschichte eingingen, wären sie sieben Jahre später fast selbst eingegangen. Nach einem handfesten Streit im Luckenwalder Café Korso, das für frisch gezapftes Bier und Tanzveranstaltungen bekannt war, kam es zum Eklat zwischen den Vereinsoberen und den Spielern. Diese wollten gerne weiterfeiern, während die Funktionäre auf Rückfahrt drängten. „Erst durch Vermittlung konnten die Wogen nach ein paar Tagen geglättet werden“, hat Zeuthens neuer Fußball-Historiker herausgefunden. Ein halbes Jahr später stieg die Eintracht in die Bezirksliga auf.

Bald Fortsetzung?
Das Buch „Du machst heute ein Tor“ ist mit den vielen Fotos und den liebevoll zusammengestellten Details selbst für die hochinteressant, die an diesem Sport gar nicht so sehr interessiert sind.
Man erhält es für 15 Euro über den „SC Eintracht Miersdorf/ Zeuthen“. Übrigens hat Gregor Ruhmöller noch einige Geschichten „in petto“.
„Vielleicht gibt es ja noch mal ein Buch mit historischen Einblicken.“

Erstellt: 2021