Willkommen in Zeuthen
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Beate Burgschweiger möchte, dass man Zeuthen in vielen Facetten genießen kann.

Bürgermeisterin
Beate Burgschweiger

Neue Wege für eine neue Schule

Stand: März 2017

Wohlfühlen, die Hektik mal unterbrechen, dafür bietet sich Zeuthen als Seegemeinde von Haus aus an. Die Bürgermeisterin trägt dazu gerne bei.

„Wir haben weitere 30 zusätzliche Ruhebänke an markanten Stellen aufgestellt, so dass es in Zeuthen insgesamt 80 Möglichkeiten gibt, sich mal hinzusetzen. Bei mehr als der Hälfte davon befinden sich Abfall­behälter. Diese können gerne von Hundefreunden mit genutzt werden, um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu entsorgen“, regt Bürgermeisterin Beate Burgschweiger an. Da Zweibeiner insbesondere in zunehmendem Alter ebenfalls mal einen dring­lichen Druck verspüren, gibt es Diskussionen um öffent- liche Toiletten. „Unser neues Bürgerhaus im früheren Güterschuppen kann dafür während der Öffnungszeiten ebenso benutzt werden wie das Rathaus“, macht die Bürgermeisterin klar, dass man an alle Lebewesen im Ort denkt.

Zeuthen im Aufwind
So ist die Gemeinde nach wie vor kontinuierlich dabei, wie vielfach gefordert, Fußwege so zu befestigen, dass Senioren bequem mit Gehhilfen aller Art unterwegs sein können. Dies freut zudem die jüngere Generation, die den Nachwuchs per Kinderwagen befördert. „Zeuthen ist nach wie vor eine wachsende Gemeinde. Gerade Familien mit Kindern wollen gerne bei uns im Grünen vor den Toren Berlins wohnen. Schließlich bieten wir mit dem S-Bahn-Anschluss den kurzen Weg in die Hauptstadt“, weiß Beate Burgschweiger um die Vorteile der Gemeinde. Sie verweist gerne darauf, dass mittlerweile über 11 000 Bewohner in Zeuthen gezählt werden. „Aus meiner Sicht werden wir die 12 000-Einwohnermarke noch überschreiten. Danach ist die Grenze der Infrastruktur erreicht“, blickt sie in die Zukunft.

Grüner Charakter
Ein Grund für diese Einschätzung ist, dass Bauland begrenzt ist: „Die Gespräche mit den Gemeindevertretern haben gezeigt, dass in Zeuthen die Grundstücks­größe von 800 bis 1 200 Quadratmeter für Einfamilienhäuser beibehalten werden soll. Es werden also keine Teilungen genehmigt, die dies verändern. Diese Entscheidung halte ich aus meiner persönlichen Einschätzung für durchaus richtig. Nur so lässt sich der Ortscharakter als grüne Gemeinde erhalten. Immerhin sind von den etwa zwölf Quadratkilometer Fläche ein Viertel Waldgebiet.“

Kindersegen
Doch bereits der jetzige Zuwachs stellt die Gemeinde vor Herausforderungen. So wurde beschlossen, dass in Miersdorf zwischen der bisherigen Kita und der Bibliothek ein neues Gebäude gebaut wird, das die Betreuung von weiteren 80 Kindern ermöglichen soll. Da absehbar ist, dass die Kleinen in Zeuthen ebenso wie anderswo größer werden, geht es nun weiter um zusätzliche Schulplätze. Die „Grundschule am Wald“ ist mit 600 Kindern eine der größten im Landkreis. „Noch mehr Schüler würden das gute Niveau beeinträchtigen“, so die Befürchtung der Bürgermeisterin.

Zusammenarbeit mit den Nachbarn
Die Lösung sieht Beate Burgschweiger im Bau einer neuen Grundschule, die gleich so groß sein sollte, dass sie Kinder aus den Nachbar­gemeinden mit aufnehmen könnte. Die haben nämlich ähnlich gelagerte Anforderungen. „Die Standortsuche erfolgt im gesamten Zeuthener Gemeindegebiet. Auf jeden Fall muss bei einem Schul­neubau das Land Brandenburg zustimmen, indem es einen neuen Schulbezirk festlegt“, beschreibt die Bürgermeisterin, was es mit sich bringt, unkonventionell zu denken.

Fusion als Problem?
Wäre es dann nicht sinnvoll, über eine Fusion der drei Gemeinden Zeuthen, Eichwalde und Schulzendorf zu sprechen? Davon hält Beate Burgschweiger wiederum wenig. „Wir in Zeuthen haben durch solides Wirtschaften unser Defizit Jahr für Jahr abgebaut. Eichwalde hingegen ist gerade dabei, acht Millionen Euro locker zu machen, damit dort die Bahn zukünftig statt mit einer Brücke mit einem Tunnel gequert werden kann. Diese Belastung würden wir mit­tragen müssen.“

Bahn auf falscher Schiene?
In Zeuthen kostet die Bahnüberquerung die Gemeinde nämlich keinen einzigen Cent, denn die Bahn will sich einfach nicht davon überzeugen lassen, dass eine Brücke oder ein Tunnel am Forstweg nötig ist. „Obwohl sich der Verkehr hier an der abknickenden Vorfahrtsstraße sehr unübersichtlich staut, bestreitet die Bahn ein ‚Sicherheitsdefizit‘. Warum sie das in Wildau und Eichwalde anders einschätzt, mag verstehen, wer will. Wir werden jetzt ein eigenes Gutachten erstellen lassen, um die Sicherheitsdefizite aufzuzeigen und das Land zu einer Entscheidung zu bringen. Ich bin zuversichtlich, irgendwann doch zu einem barrierefreien Übergang in Zeuthen zu kommen“, kündigt Beate Burgschweiger an.

Lehrerin kontra Anwalt
Sie wird dies dann allerdings eher als Privatperson genießen. Denn nach einer acht­jährigen Amtszeit als Bürgermeisterin will sich Beate Burgschweiger im Herbst 2017 nicht mehr zur Wahl stellen, da sie „von persönlichen Anfeindungen in der Gemeindevertretung zermürbt“ ist. Deshalb hat die SPD in Zeuthen jetzt die politik­erfahrene Ortsvereinsvorsitzende Martina Mieritz ins Rennen geschickt. Sie kennt als Kreistagsabgeordnete und Mitglied im Unterbezirks­vorstand der Kreis-SPD den Umgang mit den Hebeln der Macht. Sie hat sich zudem als „Regional­beauftragte für Elbe-Elster“ einen guten Namen gemacht. Und als Gymnasiallehrerin für Biologie und Religion hat sie sicher ein Händchen für unterschiedliche Charaktere. Ihr gegenüber stehen wird Sven Herzberger, der als parteiloser Rechts­anwalt ebenfalls ein Herz für Zeuthen zeigen möchte.